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  • Schuldner- und Insolvenzberatung: der Pfad zur persönlichen und finanziellen Stabilität
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Hilfe & Beratung Fachgebietsleitung

Schuldner- und Insolvenzberatung: der Pfad zur persönlichen und finanziellen Stabilität

Viele Menschen haben Schulden. Einige verzweifeln daran. Andere finden einen Ausweg. Dies dank der Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen der Caritas. Unsere Fachgebietsleitung der Schuldner- und Insolvenzberatung gewährleistet die fachliche Begleitung und Beratung sowie Qualifizierung der Berater*innen der Caritas im Bistum Augsburg.

Arbeitslosigkeit, Trennung und Scheidung, sinkende Realeinkommen, gescheiterte Selbständigkeit,

Brieftasche mit wenigen Euro-Münzen darinVerschuldung ist immer auch eine menschliche Katastrophe.ChrisGossmann/Caritas

mangelndes Finanzwissen und verlockend erscheinende Finanzierungsangebote haben dazu beigetragen, dass heute über 5,5 Millionen Menschen in Deutschland überschuldet sind und so in existenzielle Not geraten. 

Angebot der Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen

  • Gemeinsame Erarbeitung eines Überblicks über die finanzielle Situation
  • Gemeinsame Besprechung möglicher Auswege
  • Hilfe bei der Entwicklung von Lösungen wie Ratenzahlungen oder Schuldenregierungsplänen
  • Unterstützung bei Bedarf eines Verbraucherinsolvenzverfahrens
  • Die Beratung ist kostenfrei.

Ziel der Beratung

  • Wiederherstellung der finanziellen Handlungsfähigkeit
  • Ermöglichung eines schuldenfreien Neuanfangs

Weitere Leistungsangebote der Caritas in Bayern

  • Die Caritas unterhält in Bayern 70 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen.
  • Darüber hinaus bietet die Schuldner- und Insolvenzberatung der Caritas externe Beratung und Präventionsangebote in den Justizvollzugsanstalten in ganz Bayern an, finanziert durch das Bayerische Staatsministerium der Justiz.
Mehr zum Thema mit Link zur Seite: 'Zur Online-Beratung' (öffnet in neuem Fenster oder Browser-Tab/ open in new window)

Unser Ratgeber

Jugendliche haben oft Handyschulden

Smartphone liegt auf Geldscheinen und MünzenEin Handy kostet oft doppelt: Zu den Gesprächskosten kommt häufig eine monatliche Grundgebühr, festgelegt auf 24 Monate. Die Kosten lassen sich besser mit einem Prepaid-Handy kontrollieren, denn da zahlen Sie im Voraus und vermeiden Überraschungen. Michael Rogner, Fotolia

 

Mit welchen finanziellen Problemen kommen junge Menschen zu Ihnen?

Viele Jugendliche haben ein Problem, mit ihrem Geld zu haushalten. Die meisten kommen zu uns, weil sie Miet- und Energieschulden haben oder die Rechnungen ihres Telefon- und Handyanbieters nicht mehr bezahlen können.

Wie helfen Sie jungen Menschen mit Schulden?

Wir schauen zunächst, wie hoch die Verschuldung ist, und versuchen Lösungen zu finden. Gerade bei Jugendlichen ist die Chance, Schulden abzubauen groß, weil die Höhe der Schulden im Schnitt geringer ist als bei Erwachsenen. Je früher Jugendliche mit ihren Problemen zu uns kommen, desto besser.

Wie hoch sind junge Erwachsene im Schnitt verschuldet?

Die Höhe der Verschuldung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt im Durchschnitt bei 2.500 bis 5.000 Euro. Darüber hinaus gibt es immer wieder Fälle, in denen die Verschuldung die 5.000 Euro Marke deutlich übersteigt. Tendenziell ist der Trend zu erkennen, dass die Verschuldung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur an Umfang sondern auch bei der Höhe der Verbindlichkeiten zunimmt.

Banner mit Schrift Starte die Online-Beratung

Neben der Registrierung für die Onlineberatung findest du hier auch die aktuellen Sprechzeiten unserer Chatberatung.

 

 

 

Plötzlich reicht das Geld nicht mehr

Dabei fühlte es sich anfangs natürlich nicht so an. Thilo hatte mit einem Schlag 2.000 Euro zur freien Verfügung und die Raten waren richtig günstig. Im Job gab es eine kleine Gehaltserhöhung, genau richtig, für das Ipad mit der Null-Prozent-Finanzierung. "Zu diesem Zeitpunkt hätte ich aussteigen müssen", sagt Thilo heute in der Rückschau. "Ich habe das Risiko ausgeblendet. Dachte, es wird immer so weitergehen." Zunächst kam aber noch der Versicherungsmakler, der ihm die "vier wichtigsten Versicherungen" ans Herz legte. Damit waren jeden Monat 45 Euro zusätzlich belegt. Thilo wusste, dass es eng war. Und doch lockte das Kamera-Schnäppchen, finanziert mit dem Komfort-Rahmen-Kredit.

Mietschulden sind das Schlimmste

Heute weiß Thilo, dass er spätestens da nicht mehr Herr der Lage war. "Ich habe total den Überblick verloren." Durch den Dispo versucht er notdürftig die Geldprobleme zu stopfen, beim Kredit setzt er die Rate zwei Mal aus. Mit den letzten 600 Euro schöpft er den Dispo vollständig aus, um das Auto durch den TÜV zu bekommen. Er kann die Versicherungen nicht mehr zahlen, und kommt mit einer Monatsmiete in Verzug. Die Rundfunkgebühren bleiben offen, ebenso die letzte Handyrechnung und der Einkauf mit der EC-Karte ist nicht mehr gedeckt.

An diese Zeit denkt Thilo nicht gerne zurück. "Ich habe mich verkrochen und wusste nicht, was noch kommen soll. Das war hart." Er erzählt niemand davon, schläft schlecht, meldet sich bei der Arbeit öfter krank. Er telefoniert mit den Banken und sucht nach einer Lösung mit der Versicherung. Er spricht auch mit dem Vermieter, doch es gibt keine Lösung. Es sind einfach zu viele Raten.

Klare Gedanken und sortierte Finanzen

Deshalb schnorrt Thilo wieder einmal bei seinem besten Kumpel. Der fragt nach und lässt nicht locker, bis Thilo auspackt. "Er hat mir in den Hintern getreten, in die Schuldnerberatung zu gehen." Dort sortiert Thilo seine Gedanken: Was ist mir wichtig, worauf muss ich achten? Was darf ein Gerichtsvollzieher holen? Dann sortiert Thilo seine Finanzen. Miete und Strom kommen zuerst. Mit dem Vermieter schließt er eine Ratenvereinbarung ab. Er eröffnet ein P-Konto bei einer anderen Bank und gewinnt Zeit sich zu überlegen, ob eine Insolvenz sinnvoll ist oder er mit den Gläubigern Vergleiche schließt und damit schneller schuldenfrei wird.

So vermeidest du eine Stromsperre

SteckdoseUnscheinbar aber wichtig: Wenn aus der Steckdose kein Strom fließt, bleibt die Küche kalt, der Fernseher aus, ...Neven Krcmarek | Unsplash

Wann darf mein Energieversorger den Strom abklemmen, und wie erfahre ich das?

Wenn du deinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommst, also die monatlichen Abschläge nicht gezahlt oder die Schlussrechnung nicht beglichen hast, darf der Energieversorger die Stromversorgung einstellen. Das muss er vier Wochen vorher ankündigen und drei Tage vor der Unterbrechung noch einmal informieren.

Gibt es Ausnahmen?

Der Strom darf nicht abgestellt werden, wenn nur ein paar Euro (noch) nicht bezahlt sind. Grundsätzlich gilt: Nur wenn die Schulden das Doppelte des monatlichen Abschlags übersteigen, darf der Strom abgestellt werden. Darüber hinaus gibt es Härtefälle, bei denen der Strom ebenfalls nicht abgestellt werden darf. Zum Beispiel, wenn die Versorgung von Kleinkindern oder pflegebedürftigen Menschen gefährdet wäre oder gesundheitliche Schäden drohen, weil die Heizung dann nicht mehr funktioniert.

Was sollte ich tun, wenn mir eine Stromsperre angedroht wird?

Reagiere so schnell wie möglich. Kontaktiere den Stromanbieter und schildere ihm deine Lage. Du kannst dich auch von unseren Kolleg:innen der Allgemeinen Sozialberatung helfen lassen.  Die haben Erfahrung mit solchen Situationen. Aber auch hier gilt: Lösungen sind möglich, werden aber schwieriger, je später du dich an uns wendest. Du kannst dich auch online beraten lassen.

Banner-Grafik mit Aufschrift

Wie kann ich mich gegen eine Stromsperre wehren?

Wenn du Schulden beim Energieversorger hast, musst du dich mit ihm darüber einigen, wann und wie du deine Schulden begleichst. Gelingt das, sollte es keine Sperre geben. Bei den Gesprächen kannst du eventuell auch darauf verweisen, dass eine Sperre in deinem Fall unverhältnismäßig wäre. Zum Beispiel, weil du die Stromkosten immer regelmäßig bezahlt hast und nun zum ersten Mal im Verzug bist oder weil die Stromsperre schwerwiegende Folgen für Menschen hätte, die bei dir wohnen. Aber auch in solchen "Härtefällen" musst du nachweisen, dass du künftig in der Lage bist, deine Rechnungen zu bezahlen. Der bloße Hinweis auf kleine Kinder im Haushalt reicht beispielsweise nicht aus, eine Sperre zu verhindern.

Bleibt der Energieversorger auch nach der Schilderung deiner Situation bei der Androhung einer Stromsperre, kannst du dagegen klagen oder in eiligen Fällen mit einem einstweiligen Rechtschutz dagegen vorgehen.

Ist bei der Stromsperre nur der Strom weg oder muss ich mit anderen Kosten rechnen?

Eine Sperre ist immer mit Folgekosten verbunden. Der Stromanbieter kann Zinsen auf die offenen Beträge erheben und dir Kosten für das Einziehen fälliger Beträge (Inkasso) in Rechnung stellen. Auch das Ab- und Anschalten des Stroms ist mit Kosten von bis zu 300 Euro verbunden. 

Wie komme ich nach einer Stromsperre wieder an Strom?

Wenn kein Härtefall (juristisch: unbillige Härte) vorliegt, kommst du nur wieder an Strom, wenn du die offenen Rechnungen bezahlst. Möglich sind:

  • Stundungen: Du vereinbarst mit dem Stromanbieter einen Zeitpunkt, an dem du die (gesamten) Forderungen begleichst. Zum Beispiel, wenn du durch den Lohnsteuerjahresausgleich oder das Weihnachtsgeld wieder genug Geld hast.
  • Ratenzahlungen: Du vereinbarst mit dem Stromanbieter, die Schulden über einen bestimmten Zeitraum in kleinen Teilen zurückzuzahlen.
  • Erhöhung des Abschlages: Du vereinbarst mit dem Energieversorger, dass er den monatlichen Abschlag für den Strom erhöht und Du dadurch die bestehenden Schulden nach und nach bezahlst.
  • Übernahme der Stromschulden: Wenn du auf staatliche Unterstützung angewiesen bist, kannst du beim Sozialleistungsträger (Jobcenter oder Sozialamt) beantragen, dass er die ausstehenden Kosten übernimmt. Das tut er in Form eines zinslosen Darlehens. Das heißt, du musst das Geld zurückzahlen. Dafür werden dir so lange zehn Prozent des Regelsatzes abgezogen – solange, bis du das Darlehen zurückgezahlt hast. Das ist für ein paar Monate schwierig, weil du weniger Geld zum Leben hast, aber besser als eine Wohnung ohne Strom.

Wie kann ich Stromschulden vermeiden?

  • Grundsätzlich ist es sinnvoll eine Energiesparberatung in Anspruch zu nehmen. Für Sozialleistungsbezieher gibt es die umfangreiche, kostenfreie Beratung durch den Stromspar-Check der Caritas.
  • Es gibt viele elektronische Geräte, die die Stromkosten in die Höhe treiben ("versteckte Verbraucher"). Der eben erwähnte Stromspar-Check bietet zum Beispiel 100-Euro-Gutscheine an zum Austausch von Kühlschränken, Kühlgefrier-Kombinationen, Gefriertruhen und Gefrierschränken, die älter als zehn Jahre sind. Ein Grundstein, um alte Energiefresser loszuwerden. 
  • Bei Erstbezug der Wohnung sollte man darauf achten, dass ein realistischer Stromabschlag vereinbart wird.
  • Der Abschlag kann jederzeit angepasst werden, so dass hohe Nachzahlungen am Ende eines Jahres vermieden werden können. Rechtzeitige Kontaktaufnahme mit dem Energieversorger ist immer gut.
  • Zur Vermeidung von Stromschulden und Schulden allgemein ist eine gute Haushaltsplanung sehr sinnvoll. Hier hilft es schon, die monatlich fixen Ausgaben den Einnahmen gegenüber zu stellen. Dabei sollten halbjährliche bzw. jährliche Zahlungen auf den Monat umgerechnet werden. Dann hat man das frei verfügbare Einkommen gut berechnet. Dann ist natürlich Ausgabenkontrolle sehr wichtig.
  • Angebote gut vergleichen! Das vermeintlich Billigste kann in Folgejahren deutlich teurer sein.
  • Hartz IV-Bezieher und Sozialhilfebezieher können die Abschläge auch direkt überweisen lassen. Das macht es manchmal einfacher, mit dem wenigen Geld zu wirtschaften.

Das Bürgergeld reicht mir zum Leben nicht. Bekomme ich für Strom einen Extrazuschuss?

Nein, denn die Kosten für Haushaltsstrom sind in den Regelleistungen nach SGB II und XII eingerechnet und müssen davon bezahlt werden. Einzige Ausnahme: Wenn das warme Wasser dezentral mit Strom aufbereitet wird.

Stromschulden können unter bestimmten Bedingungen von den Sozialleistungsträgern übernommen werden. Das erfolgt in der Regel als Darlehen. Eine monatliche Rückzahlung wird auf zehn Prozent der Regelleistung festgesetzt.

Fünf Tipps bei Mietschulden

Tipp 1: Jetzt handeln

Tipp 1

Es ist einfach nicht wahr, dass alles verloren ist – vorausgesetzt du machst einen ersten Schritt. Kennst du die Zahnarztregel? Ein Zahn, der heute weh tut, der tut morgen garantiert noch mehr weh. Das gleiche gilt für Mietschulden: Sie werden genauso wenig kleiner, wie ein Loch im Zahn.

Darum der erste Tipp: Unternimm etwas in der Sache, entweder jetzt gleich oder gleich morgen früh. Der erste Schritt kann bei jedem ein wenig anders aussehen, eine Beratung aufzusuchen ist aber immer hilfreich.

Tipp 2: Stelle die Miete immer an Nummer 1

Tipp 2

Wenn du Mietschulden hast, solltest du dir deine Lage bewusst machen. Und die lautet zum ersten: Du kannst nicht alles retten. Und zum zweiten: Wer am lautesten schreit, ist nicht unbedingt der Wichtigste.

Mietschulden entstehen, weil das Geld nicht für alles reicht. Du erhältst Mahnungen und Gläubiger kontaktieren dich – Grund genug, nervös zu werden. Wenn du dir allerdings klar gemacht hast, dass die Miete an allererster Stelle steht, dann Strom und Heizung und erst danach irgendwelche Kredite, dann weißt du, was zu tun ist. Nicht dein Mobilfunkanbieter muss am dringendsten bezahlt werden, sondern dein Vermieter.   

Tipp 3: Rede mit deinem Vermieter!

Tipp 3

Wie kannst du deine Wohnung retten? Die meisten Vermieter sind erstaunlich entgegenkommend, wenn man mit offenen Karten spielt. Versuche am besten im Gespräch mit dem Vermieter eine gemeinsame Lösung zu finden. Ob dabei eine Vereinbarung wie Ratenzahlung oder Mietaufschub herauskommt, ist natürlich nicht garantiert, doch der Versuch ist es wert.

Erfahrene Berater(innen) der Schuldner- oder Sozialberatungen erleben es genauso: Der Vermieter ist nicht dein Feind, sondern eher im Gegenteil.

Tipp 4

Tipp 4: Weniger Mietschulden entlasten dich!

Mietschulden kommen selten allein – das klingt zwar simpel, aber es bringt zum Ausdruck, dass hinter Mietschulden immer noch mehr steckt, wie etwa ein Jobverlust, eine Trennung oder eine Erkrankung. Um diese Probleme anzugehen, benötigst du Zeit und den Rücken frei.

 Eine Frau betrachtet ein Segelboot, das an einer Wand hängt.

Keiner kann alles zugleich machen, sondern es gilt immer einen Schritt nach dem anderen zu machen. Stell dir ein Boot vor: Zuerst flickst du das Leck im Rumpf. Danach kümmerst du dich um die Segel. Dann ist es Zeit, den Lack aufzufrischen, und am Ende kannst du wieder Kurs setzen. In der Regel sind die Mietschulden – gemäß Tipp 2 – das Leck im Rumpf. 

Tipp 5: Hol dir Beratung!

Mietschulden sind ein kompliziertes Thema. Hol dir unbedingt professionelle Beratung. Wie die meisten gemeinnützig arbeitenden Schuldnerberatungen bietet auch die Caritas eine in der Regel kostenlose Beratung, und zwar vor Ort oder auch Online – für diejenigen, die es gern anonym haben.

  • Beratungsstellen vor Ort findest du über die Adress-Suchbox auf dieser Seite!
  • Hier geht es zur Online-Schuldnerberatung. 

Tipp 5

Zum Teil haben Schuldnerberatungen längere Wartelisten, aber zum Einstieg gibt es oft "offene Sprechstunden”. Bitte einfach vor Ort direkt anfragen.

Auch bei den Stellen der Allgemeinen Sozialberatung kannst du deine Fragen zum Thema Mietschulden stellen. Dort gibt’s dann auch Tipps und Adressen für deine weiteren "Baustellen", falls es diese gibt (deren Adressen sind ebenfalls über die Suchbox zu finden).

Und nicht zuletzt noch der Hinweis auf das Forum für Schuldnerberatung, das neben einer Adress-Suche für Schuldnerberatungsstellen, Musterbriefen und ausführlichen Informationen zum Thema auch ein Diskussionsforum anbietet. Dort findest du Leute, denen es ähnlich geht, und kannst dich im Netz austauschen.

Vergib uns unsere Schulden

Nicolas Mantseris freut sich über jeden, der zu ihm in die Schuldnerberatung der Caritas Mecklenburg kommt. Den meisten kann er helfen. Doch der Berater weiß: Vielen fällt dieser Schritt schwer. Scham, Krankheit und Perspektivlosigkeit bremsen sie aus. Wer überschuldet ist, denkt oft: Das schaffe ich auch allein. Doch ohne professionelle Beratung gelingt es den wenigsten, sich auch nur einen Überblick über die eigene Lage zu verschaffen. Mantseris rät deshalb, sich auch schon bei kleinen Beträgen an die Caritas zu wenden: "Kommen sie lieber früh als spät!"

Schuldnerberatungen der Caritas | Online-Schuldner-Beratung der Caritas 

Bis zur Beratung vergehen im Schnitt vier Jahre

Die Zahl der Menschen, die überschuldet sind, steigt bundesweit. Ebenso die Höhe der Schulden, mit denen sie in der Kreide stehen. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Forderungen im Jahr 2015 durchschnittlich bei 34.000 Euro. Ratenzahlungen und Konsumverzicht – das sind nur zwei Wege, wie Betroffene versuchen, die Schuldenlast zu mindern. Häufig nehmen sie weitere Kredite auf, um das Schuldenloch zu stopfen. Damit geraten sie in einen Teufelskreis, aus dem die meisten erst nach vier Jahren wieder aussteigen, indem sie zu einer Schuldnerberatung gehen.

Betroffene leiden

Laut einer Studie der Universität Mainz sind überschuldete Menschen häufiger krank. Oft handelt es sich dabei um psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Depressionen oder Psychosen und Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen. Häufig kommen soziale Probleme hinzu: Der Kontakt zu Familie und Freunden leidet – was psychische Erkrankungen weiter begünstigt.

Hauptursache: Arbeitslosigkeit

Den meisten Schuldnern hilft eine Beratung. KNA

Bei vielen ist die plötzliche oder langfristige Arbeitslosigkeit der Auslöser für eine Überschuldung. Wenn dann noch Scheidung und Unterhaltszahlungen hinzukommen, bricht das das aus Ratenkäufen und Dispokredit errichtete Kartenhaus vollends zusammen. "Dann wird selbst die Stromrechnung zum finanziellen Desaster", sagt Schuldnerberater Mantseris. Immer wieder erlebt er, dass die Gefühle der Betroffenen in solchen Situationen Achterbahn fahren. Keine gute Voraussetzung, um die eigene finanzielle Lage in den Griff zu bekommen.

Privatinsolvenz als letzte Rettung

Der Gang zur Schuldnerberatung ist für viele der rettende Schritt. Dort gibt es jemand, der die Dinge sortiert, Briefe versteht und erklärt. Oberstes Ziel: Keine neuen Schulden mehr machen. Dazu müssen die finanziellen Belastungen so gestaltet sein, dass sie aus den Einnahmen bezahlt werden können. Deshalb helfen die Berater auch bei den Verhandlungen mit den Gläubigern, die noch Geld zu bekommen haben. Oft wird dabei ein Vergleich ausgehandelt: Der Schuldner bekommt vom Gläubiger mehr Zeit, seine Schulden in kleineren Raten zu begleichen. Wenn auch das nicht mehr hilft, muss ein privates Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Auch dabei helfen die Berater der Caritas.
Doch bei der Schuldnerberatung geht es nicht allein ums Geld: "Viele Schulden haben psychische Ursachen wie Sucht oder Depression. Wir arbeiten mit Partnern zusammen, die für solche Probleme geschult sind und gezielt helfen können", erklärt Berater Mantseris. Seine Erfahrung zeigt: Wenn Menschen bereit sind, auch diese Themen zu bearbeiten, haben sie die Kraft und Motivation ihren Schuldenberg abzutragen.

Stromspar-Check hilft dir beim Sparen

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Gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) schickt die Caritas an mehr als 150 Standorten ausgebildete Stromsparhelfer:innen in Haushalte von Bezieherinnen und Beziehern von Bürgergeld, Sozialhilfe oder Wohngeld. Diese machen zunächst einen Stromspar-Check. Dabei messen sie die Verbrauchswerte von Waschmaschinen, Elektroherden, Kühlschränken, Lampen, Computern, Warmwasserbereitern oder Fernsehgeräten. Danach geben sie qualifizierte Tipps, wie sich der Verbrauch mit einfachen Mitteln senken lässt. Doch dabei bleibt es nicht.

Kostenloses Starterpaket fürs Energiesparen

Die Stromsparhelfer:innen bauen kostenlos LEDs, Thermo- und Hygrometer, Wasserperlatoren, und Wassersparduschköpfe, WC-Stoppgewichte oder schaltbare Steckdosenleisten ein und leisten so Hilfe zur Selbsthilfe. Am Ende sollen die einkommensschwachen Haushalte dadurch rund 15 Prozent der Stromkosten einsparen und dementsprechend weniger CO2 verbrauchen. Mehr als eine Million Menschen (ca. 400.000 Haushalte) mit geringen Einkommen haben in den vergangenen 15 Jahren am Stromspar-Check teilgenommen und dabei ihre Energiekosten um durchschnittlich rund 200 Euro pro Jahr reduziert.

Der Stromspar-Check als APP, auf Youtube und Facebook

Der Stromspar-Check bietet seit April 2021 eine eigene Web-App an. Unter steckys-spartipps.de können Haushalte mit dem Stromspar-Check-Maskottchen Stecky auf Klima-Mission gehen und dabei richtig Geld sparen. Neben Tipps zum richtigen Heizen, Kochen und Waschen hilft Stecky auch bei der richtigen Beleuchtung, beim Recyceln oder der Müllvermeidung. Auf spielerische Weise wird vermittelt, wie der eigene Haushalt zum Klimaschutz beitragen kann. Haushalte, die bereits eine Beratung durch den Stromspar-Check in Anspruch genommen haben, können darüber hinaus attraktive Prämien gewinnen.

Auch auf Youtube informiert der Stromspar-Check über Tipps und Tricks im Haushalt. Auf der Facebook-Seite "Stromspar-Check" gibt es stets aktuelle Infos, Auftritte und die Möglichkeit, direkt ins Gespräch zu kommen.

Zuschuss für energieeffiziente Kühlschränke

Im Rahmen eines Stromspar-Checks können Bezieher von Bürgergeld, Sozialhilfe oder Wohngeld und deren Familien außerdem einen Zuschuss für den Kauf eines hocheffizienten Kühlgerätes (Effizienzklasse A, B, C oder D) erhalten. Dabei gilt: je größer die Familie, desto höher ist der Zuschuss, der zwischen 100 und 200 Euro liegen kann. Das Austauschgerät muss älter als zehn Jahre sein und das Neugerät mehr als 200 kWh pro Jahr einsparen. Dadurch können diese Haushalte ihre Stromrechnung durchschnittlich um weitere 103 Euro pro Jahr reduzieren. 
So kommen Sie an den Zuschuss
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Langzeitarbeitslose werden zu Stromsparhelfern ausgebildet

Icons des Stromspar-Checks PLUS

Das Besondere an dem Projektangebot: Die Stromsparhelfer:innen sind selbst langzeitarbeitslose Menschen. Sie bekommen eine theoretische und praktische Einweisung durch erfahrene Trainer:innen der regionalen Energieagenturen. Nach einer Einarbeitungsphase gehen sie jeweils in Zweier-Teams vor Ort. Die regionalen Beschäftigungs- und Bildungsträger werben und betreuen die Stromsparhelfer:innen. Dabei halten die Träger engen Kontakt zu den örtlichen Sozialbehörden. Rund 20 Prozent der Stromsparhelfer:innen finden im Anschluss an das Projekt eine Arbeitsstelle.

Einzigartige Kombination aus Sozialpolitik und Umweltpolitik

Der Stromspar-Check, der im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) vom Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium gefördert wird, verknüpft Sozial- und Umweltpolitik. Caritas-Präsidentin Eva M. Welskop-Deffaa betont: "Die Schulung langzeitarbeitsloser Menschen stärkt deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt; die Hilfe bei der Senkung der Stromkosten entlastet Haushalte mit geringen Einkommen. Die Möglichkeit mit dem Stromspar-Check einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Vermeidung von Stromsperren gleichermaßen zu leisten, zeichnet dieses einzigartige Projekt aus.”

In den vergangenen 15 Jahren summiert sich die CO2-Reduktion auf mehr auf 720.000 Tonnen. Damit ist der Stromspar-Check ein gelungenes Beispiel, wie Maßnahmen zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz in Verbindung mit einem sozialen Ansatz in allen Teilen der Gesellschaft umgesetzt werden können.

Energiesparberatung der Caritas

Die Caritas ergänzt zurzeit den Stromspar-Check um eine ehrenamtliche Initiative zum Energiesparen für junge und alte Menschen. Diese Beratung hilft mit konkreten Tipps dabei, Energie und damit Geld zu sparen. Das Besondere: Die Beratung wird von Gleichaltrigen ehrenamtlich durchgeführt.

Die Energiesparberatung (ESBE) richtet sich an Studierende, Auszubildende und Senior:innen mit kleinem Geldbeutel. Aktuell befindet sich diese besondere Form der Beratung im Aufbau. Denn zunächst braucht es Menschen, die angesichts der Energiekrise Gleichaltrigen beim Energiesparen helfen wollen und dafür eine energiefachliche Einführung als Energiesparbegleiter:in absolvieren.

So kommt der Stromspar-Check zu Ihnen

  • Rufen Sie beim Stromspar-Check-Standort in Ihrer Nähe an und vereinbaren Sie einen Termin.
  • Die Stromspar-Teams kommen zu Ihnen und überprüfen Ihre Verbräuche. Sie erhalten erste Energiespar-Tipps sowie umfassende Ratschläge, wie Sie ohne Komfortverlust Ihren Energieverbrauch langfristig reduzieren können.
  • Beim zweiten Besuch der Stromsparhelfer:innen erhalten Sie ein kostenloses Stromspar-Paket, dessen Materialien sofort montiert werden.
  • Außerdem erhalten Sie einen Stromspar-Fahrplan, der auf Ihren Haushalt abgestimmt wird, sowie umfassende Ratschläge, wie Sie ohne Komfortversuch ihren Energieverbrauch langfristig reduzieren können.

Förderhinweis zum Stromspar-Check

NKI-Logo Klimaschutz

Der Stromspar-Check wird unter dem Titel „Verbundprojekt: NKI: Stromspar-Check – einfach Wärme, Wasser & Strom sparen: Energie- und Umweltschutzberatung in Haushalten mit geringem Einkommen” (Förderkennzeichen: 67KSE0077A) durch die Nationale Klimaschutz Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz vom 01.04.2023 bis 31.03.2026 gefördert. Es ist ein Verbundprojekt vom Deutschen Caritasverband und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) e. V.

Was zeichnet eine gute Schuldnerberatung aus?

Drei Personen in einem Besprechungsraum diskutieren über Projektunterlagen. Eine Frau  erklärt etwas, während zwei weitere Personen, eine Frau  und ein Mann, aufmerksam zuhören.Verlässlich und kompetent: Unsere Schuldnerberater:innen können dir helfen, deine Finanzen wieder in den Griff zu bekommen.Agnieszka Krus

Das Wichtigste ist, dass du auf dein Gefühl hörst: Wenn du dich nicht wohlfühlst, versuche eine zweite Meinung einzuholen. Wenn die Beratung Geld kostet oder Geld kosten soll, suche lieber nach alternativen Beratungsstellen oder wende dich an die Online-Beratung, die es bei der Caritas für Erwachsene und speziell für Jugendliche gibt. Nur wenige Beratungsstellen in Deutschland sind speziell auf Jugendliche ausgerichtet. Wenn du in Hannover und Umgebung wohnst, wende dich an www.cjs-hannover.de.

Eine Schuldnerberatung ist gut und seriös, wenn ...

  • sie kostenlos ist – nicht nur das Erstgespräch. Ein Honorar sollte nur dann fällig werden, wenn du ein Einkommen hast und keine Bedürftigkeit vorliegt (zum Beispiel bei Bürgergeld mit Beratungsgutschein).
  • die Beratung freiwillig erfolgt, das heißt, dass du keinen Vertrag mit der Schuldnerberatung abschließen musst. Lies immer durch, was du unterschreibst! Vollmachten sind hingegen notwendig und in Ordnung.
  • du am Ende des Gesprächs verstanden hast, worauf die besprochene Lösung hinausläuft, was die nächsten Schritte sind, was du tun sollst und was die Beratungsstelle als Nächstes tun will. Geh nicht vorher raus!
  • die Beraterin oder der Berater regelmäßig zu dir Kontakt hält und dich über die nächsten Schritte informiert.
  • ihr gemeinsam dein Haushaltsbudget überprüft und absichert, bevor es an die Bezahlung von Schulden geht.

VORSICHT!

  • Reagiere auf keinen Fall auf Schreiben von Rechtsanwalts-Gesellschaften, die "gegen einmalige" Summen eine Entschuldung versprechen. Hier lauert Betrug!
  • Glaube auf keinen Fall Angeboten, die Kredite ohne SCHUFA-Anfrage anpreisen. Auch hier wirst du betrogen.

Ist Shoppen nach dem Motto „buy now, pay later“ gefährlich?

Zwei Hände halten ein Handy auf dessen Display ein Onlineshop für Mode zu sehen ist.Nicht genug Geld für die schicke Hose, aber sie trotzdem kaufen können: „Buy now, pay later” macht's möglich. Doch der Service birgt auch Gefahren.cottonbro-studio/pexels.com

Was bedeutet „buy now, pay later” eigentlich?

Viele Anbieter wie Klarna oder Paypal machen es mit ihren Geschäftsmodellen möglich: Buy now, pay later – also „kauf jetzt, zahl erst später”. Also: Auch wenn du gerade nicht genügend Geld hast, kannst du dir die neuen Turnschuhe, das neueste Smartphone oder das ultraflache Smart-TV-Gerät online besorgen und bis zu 30 Tage später zahlen oder direkt einer Ratenzahlung zustimmen. Nicht für alle Käufer:innen entsteht daraus ein Problem. Doch einige Menschen tappen dadurch in die Schuldenfalle, beziehungsweise überschulden sich. 

Warum kann „buy now, pay later” in die Überschuldung führen?

Zunächst: Überschuldung bedeutet, dass man so viele Schulden angehäuft hat, dass diese mit dem regelmäßigen Einkommen nicht mehr abgezahlt werden können. Gerade Käufe nach dem Prinzip „buy now, pay later” können dafür sorgen, dass man schnell den Überblick über das  verliert, was man noch abbezahlen muss. „Besonders junge Menschen sind betroffen, die das erste Mal allein wohnen, ihr erstes eigenes Geld verdienen und im Elternhaus nicht gelernt haben, dass Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung steht”, sagt Kathrin Franke aus der Caritas-Schuldnerberatung.

Zahlungsdienstleister wie Klarna und PayPal sind zwar nicht allein für die Überschuldung von Menschen verantwortlich, jedoch begünstigen sie eine Überschuldung – besonders durch userfreundliche Apps oder Gimmicks wie die Klarna-Card. 

Zwei Lifehacks um „buy now, pay later”-Schulden zu vermeiden?

Es gibt zwei gute Wege, um eine Verschuldung beim Onlineshopping mit Klarna und Co. zu vermeiden:

  • Verschaff dir einen Überblick über deine monatlichen Ausgaben wie Miete, Kosten für Lebensmittel und Abogebühren für Netflix oder Spotify. Willst du mit Freunden feiern gehen oder dich mit einer Freundin auf einen Kaffee treffen? Dann solltest du dafür auch Geld einplanen. Aber auch Kosten, die nicht jeden Monat anstehen, solltest du nicht aus dem Blick verlieren – etwa Autoversicherung, Rundfunkgebühren oder Geburtstagsgeschenke.
  • Lass deine Einkäufe ein paar Tage im digitalen Warenkorb und überlege dir in der Zeit, ob du diese Sachen wirklich brauchst und sie dir überhaupt leisten kannst. Da nicht alle Warenkörbe deine Einkäufe so lange speichern, kannst du dir die Links zu den Produkten auch auf einen digitalen Notizzettel speichern.

Das kannst du tun, wenn die Schulden bereits zu groß sind

„Am besten so früh wie möglich in eine Schuldnerberatung gehen”, rät Kathrin aus der Caritas-Schuldnerberatung. „Dort kann man auf die jeweilige Situation eingehen und Lösungen gemeinsam besprechen. Denn eine pauschale Antwort für alle gibt es nicht.” Die Berater:innen der Caritas-Schuldnerberatung beantworten Dir gerne Deine Fragen - digital und analog vor Ort. Hier findest du mehr Infos zur Onlineberatung der Caritas-Schuldnerberatung.  

Wenn du die Schulden über Klarna angesammelt hast, kannst du dich auch an den Schuldensupport von Klarna wenden. Frag dort, welche Lösung sie dir anbieten können oder noch besser: Schlag selbst eine vor. Den Support erreichst du per Mail unter schuldensupport@klarna.de.

Durch Ratenkäufe in die Schuldenfalle

Frau sitzt mit Kind am Tisch und bearbeitet eine SchulaufgabeJunge Frauen geraten immer häufiger in die Schuldenkrise.DCV / KNA Harald Oppitz

Sandra war 19 und glücklich. Zusammen mit ihrem Freund schmiedete sie Pläne. Gemeinsam bezogen sie eine Wohnung und schafften Möbel an. Sandra bezahlte – auf Raten. Anfangs beteiligte sich ihr Freund noch an den Zahlungen. Dass er bereits Schulden hatte, verschwieg er ihr. Stattdessen ermutigte er sie, immer neue Möbel anzuschaffen. "Ich hatte wohl eine rosarote Brille auf", versucht die examinierte Sozialbetreuerin sich ihr damaliges Verhalten zu erklären.

Dann verlor Sandra ihren Arbeitsplatz, und die finanziellen Belastungen wurden zu einem Problem. Hilfe von ihrem Freund bekam sie nicht: Er war selbst zahlungsunfähig. "Ich hatte immer die Hoffnung, dass er mir das Geld irgendwann zurück gibt", sagt sie. Stattdessen stellte er ihr seine neue Freundin vor - und warf Sandra aus der gemeinsamen Wohnung. Er behielt die Möbel, sie die Schulden: mehrere Tausend Euro.

Schamgefühl und Angst vor Ausgrenzung

Zwei Jahre lang war die heute 24-Jährige arbeitslos. Sie öffnete keine Rechnungen und ignorierte Mahn- und Inkassofristen. "Ich habe alles verdrängt", gesteht sie sich heute ein. Die Zinsen für die offenen Ratenzahlungen ließen den Schuldenberg derweil immer weiter anwachsen. Fast täglich riefen die Gläubiger bei ihr an und drohten mit dem Gerichtsvollzieher. In der Hoffnung, nicht mehr unter Druck gesetzt zu werden, unterschrieb sie Zahlungsvereinbarungen, die sie nicht einhalten konnte. "Ich hatte Angst, meiner Familie und Freunden von meinem Problem zu erzählen und sie zu enttäuschen", erzählt Sandra R. Erst als ihre Eltern ihre Briefe abfingen und sie zur Rede stellten, suchte sie sich Hilfe bei einer Schuldnerberatung der Caritas.

Frauen in der Schuldenfalle

Laut Schuldneratlas 2020 sind prozentual mehr Männer von Überschuldung betroffen als Frauen. Doch mit rund 39 Prozent aller überschuldeten Personen ist der Anteil überschuldeter Frauen beachtlich. Zudem geraten Frauen häufiger in finanzielle Krisensituationen. Grund ist die Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt. Immer mehr Frauen sind im Niedriglohnsektor beschäftigt. Um die Erziehung ihrer Kinder zu gewährleisten, gehen sie Leih- und Teilzeitarbeitsverhältnisse ein, die zudem oft befristet sind.

Alleinerziehend und verschuldet

Besonders alleinerziehende Frauen geraten immer häufiger ins finanzielle Abseits. Sind die Kinder jung und brauchen deshalb viel Aufmerksamkeit, können Mütter selten einer geregelten Arbeit nachgehen. Kommen Väter in so einer Situation ihren Unterhaltspflichten nicht nach, wird es für die Betroffenen oft schwer, ihre laufenden Kosten zu decken. "Alleinerziehende sind besonders gefährdet, denn ihnen fehlt Zeit und Kraft, sich auf eine eventuelle finanzielle Krise zu konzentrieren", erklärt Nicolas Mantseris, Schuldnerberater der Caritas in Neubrandenburg. Die Schuldnerinnen seien überfordert, Leidtragende sind auch die Kinder.

Die Zukunft beginnt nach der Insolvenz

Vergangenes Jahr ging Sandra R. mit Unterstützung der Caritas-Schuldnerberatung in die Privatinsolvenz. Bei diesem gerichtlichen Verfahren werden Betroffene innerhalb mehrerer Jahre vollständig von ihren Restschulden befreit. Für die Schuldner bedeutet das, eine lange Zeit mit wenig Geld auszukommen. Deshalb ist für Sandra R. die Gründung einer eigenen Familie in den kommenden Jahren tabu, obwohl sie inzwischen wieder eine feste Arbeitsstelle gefunden hat. "Erst will ich meine Schulden loswerden, auch um meinen neuen Freund damit nicht zu belasten", sagt sie. Sie sei froh, dass ihre Finanzen durch das Insolvenzverfahren nun geregelt sind. Das Geld, das ihr monatlich bleibt, reicht zum Leben in einer kleinen Einraumwohnung. In der Nähe liegt ein See, dort geht Sandra oft schwimmen. Das empfindet sie als kleinen Luxus und gleichzeitig als großen Ansporn für die Zeit nach dem Insolvenzverfahren. Ihr großer Traum ist es, in den Urlaub zu fahren. Am liebsten ans Meer.  

* Name von der Redaktion geändert

Verkürztes Insolvenzverfahren – drei statt sechs Jahre

zwei Euro-GeldscheineAb sofort müssen Privatleute und Unternehmen nur noch drei Jahre Insolvenzverfahren durchstehen.imelda/unplash.com

Das geänderte Insolvenzgesetz regelt unter anderem die Laufzeit des Insolvenzverfahrens neu beziehungsweise die sogenannte Restschuldenbefreiungsdauer. So dauert das Verfahren für Privatpersonen und Unternehmen nur noch drei statt maximal sechs Jahre. Diese Regel gilt ab sofort und rückwirkend zum 1. Oktober 2020. Bislang orientierte sich die Verfahrensdauer maßgeblich daran, ob eine verschuldete Person ihre Schulden stückchenweise abbezahlen konnte - zum Beispiel durch den Verkauf von Vermögenswerten, Zwangsvollstreckung oder Pfändung. Wenn nach drei Jahren 35 Prozent der Schulden zusätzlich zu den Verfahrenskosten getilgt werden konnten, war das Verfahren beendet. Doch für die meisten Schuldnerinnen und Schuldner blieb das die Ausnahme und sie mussten sechs lange Jahre durchstehen.

Neue Pflichten für Schuldner im Insolvenzverfahren

Das neue Insolvenzrecht bringt nicht nur ein kürzeres Verfahren mit sich, sondern auch neue Pflichten für Schuldnerinnen und Schuldner. Unter anderem müssen Schenkungen und Erbschaften zur Hälfte und Lottogewinne, die während des Verfahrens erzielt werden, komplett abgegeben werden. Davon ausgenommen sind Gelegenheitsgeschenke und Gewinne von geringem Wert. Darüber hinaus müssen verschuldete Personen nun eine Sperrfrist von elf Jahre abwarten, um einen neuen Insolvenzvertrag stellen zu können - zuvor waren es zehn Jahre. Dieses zweite Verfahren hat dann eine Laufzeit von fünf Jahren.

Insolvenzverfahren vorbereiten – Caritas-Schuldnerberatung hilft

Drei Menschen sitzen am Tisch in einer Caritas-BeratungsstelleDie Caritas-Schuldnerberatung gibt im Vorfeld des Insolvenzverfahrens Orientierung.Agnieszka Krus

Ohne professionelle Beratung gelingt es nur wenigen Menschen, sich auf ein Insolvenzverfahren vorzubereiten. Die Beratungsstellen der Caritas sind eine passende Anlaufstelle für Ratsuchende. Die Beraterinnen und Berater begleiten nicht nur verschuldete Personen im Vorfeld der Insolvenz, sie sorgen unter anderem für einen stabilen Haushaltsplan und verhandeln mit den Gläubigern. Sollten die Verhandlungen scheitern, wird das von den Caritas-Beratungsstellen bescheinigt. Ohne diese Bescheinigung kann kein Insolvenzantrag gestellt werden. Die Schuldnerberatung der Caritas gibt es nicht nur in vielen Städten und Regionen Deutschlands, sondern auch online. 

„Schuldenabbau allein reicht nicht“

Armut_08Ein Schuldenabbau ist oft nicht die alleinige Lösung des Problems.KNA / Oppitz

Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es, schuldenfrei zu werden?
Der Gesetzgeber hat für den Weg raus aus den Schulden zwei Möglichkeiten vorgesehen: den Vergleich mit den Gläubigern, also das außergerichtliche Aushandeln und Abbezahlen von Schulden, und die Verbraucherinsolvenz.

Was sind die ersten Schritte für einen Schuldner?

Zunächst ist es wichtig, dass der Schuldner eine Beratungsstelle aufsucht. Die Experten vor Ort werden ihm helfen, eine Bestandsaufnahme der angehäuften Schulden zu machen. Gemeinsam wird danach versucht, zunächst einen Vergleich mit den Gläubigern auszuhandeln.

Wie funktioniert ein Vergleich? Muss der Schuldner bestimmte Voraussetzungen erfüllen?
Der Schuldner muss sich mit jedem einzelnen Gläubiger in Verbindung setzen und ihm ein Angebot machen, wie viel Geld er monatlich zurückzahlen kann. Wenn alle Gläubiger zustimmen, hat es der Schuldner außergerichtlich geschafft. Er muss dann den ausgehandelten Betrag zahlen. Das große Risiko: Gläubiger zu vergessen. Dann geht der Plan oft nicht mehr auf, und der Schuldner muss seine Vergleichssummen neu berechnen.

Was passiert, wenn nicht alle Gläubiger zustimmen? Ist der Vergleich dann gescheitert?
Nein, aber es muss genau abgewogen werden: Lohnt es sich, den Vergleich nur mit den zustimmenden Gläubigern zu schließen? Diejenigen, die nicht zustimmen, wollen ja weiterhin ihr Geld zurück. Für solche Entscheidungen lohnt sich der Gang zur Schuldnerberatung besonders.

Angenommen, alle Bemühungen, einen Vergleich zu erzielen, scheitern - was dann?
Dann wird die Schuldnerberatung das Scheitern bescheinigen. Anschließend kann der Schuldner bei Gericht das Verbraucherinsolvenzverfahren beantragen. Dort wird ein Richter entweder einen weiteren Vergleichsversuch anregen oder einen Gutachter bestellen, der die Sachlage noch einmal prüft. Das Verfahren wird eröffnet, wenn gesichert ist, dass die Kosten für das Verfahren gedeckt sind.

Ein Insolvenzverfahren ist auf sechs Jahre angelegt. Womit muss der Schuldner in dieser Zeit rechnen?
Der Schuldner bekommt einen Treuhänder zugeteilt, der sich um die Schuldenminimierung kümmert. Er wird zunächst alles zu Geld machen und an die Gläubiger verteilen, was der Schuldner an Wert besitzt: Haus, Lebensversicherung und Einkommen, von letzterem nur den pfändbaren Teil. In der anschließenden "Wohlverhaltensphase" werden nur noch das Einkommen und eventuelle Erbschaftserlöse von dem Treuhänder an die Gläubiger verteilt. Bis zur vollständigen Schuldenbefreiung dauert die gesamte Entschuldung im Schnitt sechs Jahre.

Bedeutet "Wohlverhaltensphase", dass der Schuldner sich auch sonst nichts zuschulden kommen lassen darf?
Viele Schuldner machen in dieser Phase leider erneut Schulden. Deshalb rate ich jedem Betroffenen, eine Schuldnerberatung aufzusuchen. Hinter Schulden stecken meistens psychologische und soziale Probleme, für die die Beratungsstellen professionelle Hilfe anbieten. Ein Schuldenabbau ist oft nicht die alleinige Lösung des Problems.

Zur Person:
Martin Schüßler ist Fachanwalt für Strafrecht. Er berät die Schuldnerberatung der Caritas in Berlin in Fragen rund ums Insolvenzrecht.

So beugen Sie einer Überschuldung vor

Damit Sie nicht in die Schuldenfalle gelangen, gibt es einige Punkte zu beachten.

Sie haben sich Geld von einem Freund geliehen, damit Sie Ihr Konto nicht überziehen müssen? Die Raten für Ihren neuen Fernseher laufen noch zehn Monate? Ihre Eltern haben die erste Rate für das neue Auto vorgestreckt? Unter Freunden und innerhalb der Familie wird geliehenes Geld selten als Schulden wahrgenommen. Das liegt oft daran, dass keine Zinsvereinbarungen oder Rückzahlungstermine vereinbart werden. Das kann fatale Folgen haben, wenn zusätzlich Geld bei der Bank geliehen oder Ratenkäufe für Waschmaschine und Flachbildfernseher abgeschlossen werden.
Kommt es zu einer Überschuldung, werden Freunde plötzlich zu Gläubigern. Sehen Sie von Freunden und Familie geliehenes Geld deshalb von Anfang an als Schulden an und beziehen dies mit ein, wenn sie einen Kredit aufnehmen oder auf Raten kaufen wollen.

Bilden Sie Reserven und bewahren Sie sich finanziellen Spielraum

In wirtschaftlich guten Zeiten sollten unbedingt finanzielle Reserven gebildet werden. Das gibt Ihnen das gute Gefühl, finanziell flexibel zu sein. Als Faustregel gilt außerdem: Der Anteil laufender Ausgaben wie Miete, Nebenkosten oder Verträge sollte nicht mehr als zwei Drittel Ihres Nettoeinkommens betragen, damit Sie in schwierigen finanziellen Situationen nicht sofort auf Ihr Erspartes zurückgreifen müssen.

Aufschieben führt zur Überschuldung

Wer Rechnungen nicht öffnet, schiebt seine finanziellen Probleme auf, während ein Schuldenberg heranwächst. Öffnen Sie Ihre Post deshalb zeitnah und suchen Sie das Gespräch mit Gläubigern. Je eher Sie dies tun, desto eher werden Sie Gehör finden und können Ihre Verbindlichkeiten gegebenenfalls stunden lassen. Auch die Höhe von Kreditraten können unter Umständen durch Verlängerung der Laufzeiten reduziert werden.

Umschulden

Auch wenn es verlockende Angebote gibt: Die Aufnahme eines neuen Kredits zur Tilgung Ihres alten wird in aller Regel teuer. Prüfen Sie deshalb sorgfältig alle Konditionen, Zinssätze und Laufzeiten, bevor Sie sich dazu entschließen. Meiden Sie außerdem private Kreditvermittler. Vereinbaren Sie bei Fragen lieber einen Termin mit einer Schuldnerberatung.

 

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