Augsburg, 25.2.2011 (
pca
). Bildung darf sich in Kindertagesstätten nicht auf
Wissensvermittlung beschränken. „Es geht auch um die Persönlichkeit eines
Kindes, die auch in den frühen Lebensjahren gebildet werden muss“, so Dr.
Werner
Gatzweiler
vom ‚Bundesverband Katholischer
Tageseinrichtungen für Kinder’ in Augsburg. Für viele vielleicht eine Aussage,
die so allgemein ist, das man schon nicht mehr zuhört.
Gatzweiler
machte aber bei der
Trägertagung
für
Kindertagesstätten im Bistum Augsburg, zu der der Caritasverband für die
Diözese Augsburg eingeladen hatte, sehr deutlich, dass es hierbei um ein
„Kerngeschäft“ einer Kindertagesstätte gehe, wenn Bildung greifen soll.
Gatzweiler
ist kein promovierter Pädagoge oder
Theologe. Er ist Physiker, allerdings auch ständiger Diakon der Diözese
Rottenburg-Stuttgart. Der Naturwissenschaftler verwies auf Erkenntnisse des
Neurobiologen und Hirnforschers Gerald
Hüther
. Dieser
habe festgestellt, das „Achtsamkeit, Umsicht, Behutsamkeit und
Verlässlichkeit“, Grundfaktoren einer Beziehungsfähigkeit also,
ein reges und aktives Gehirn benötigen, mehr
als eine Sachaufgabe. Wer sein Gehirn auf eine umfassende Weise nutzen wolle,
müsse deshalb „lieben lernen“. Kinder, so Dr.
Gatzweiler
,
bräuchten deshalb
ErzieherInnen
, die das vorleben, um
dies selbst erlernen zu können.
Wo das nicht geschieht und ängstliches Misstrauen bestehen
bleibt, so der Referent, könne auch keine Bildung stattfinden. Der Grund?
„Angst verhindert Bildung, nur Vertrauen ermöglicht sie.“ Gehirnforscher hätten
nämlich bewiesen, „dass das Gehirn am stärksten durch Beziehungsfaktoren
geprägt wird.“ Angst könne nur dadurch vertrieben werden, indem man den Kindern
Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten,
Beziehungsfähigkeit durch einen psychosozialen Beistand und das Grundvertrauen
sowie den Glauben, „dass alles wieder gut wird“, vermittelt.
Für Dr.
Gatzweiler
als Diakon
bestehe aus christlicher Sicht die Herausforderung für die Erzieherinnen in
katholischen Kindertagesstätten darin, das Vertrauen, dass Gott alles wieder
gut mache, vorzuleben. Dazu gehöre es, „evangeliumsgemäß“ wie Jesus den
Menschen und Kindern zu begegnen. „Nur dann wird auch die biblische Botschaft
als lebensrelevant erlebt.“