Marktoberdorf, 01.07.2018 (pca). Flohmarktstände, Essensbuden, Hüpfburg und anderen Attraktionen lockten am Samstag viele Besucher zum Marktoberdorfer Straßenfest. Sie konnten dort auch ein ungewöhnlich großes Himmelbett entdecken. Für viele Kinder, die vorbei kamen, war der Sinn des Himmelbetts gleich klar. Dort kann man hinein klettern, sich hineinlegen, entspannen und sich wohl fühlen oder auch mal herum hüpfen und Spaß haben.
Mit dem ungewöhnlich großen Himmelbett machten Brigitte Gührs von der Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit der Diakonie in Marktoberdorf, Reinhard Vogler, Andrea Hollerbach und Thomas Fichtl von der Caritas Asyl- und Migrationsberatung sowie Andrea Kiechle von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und anderen Beteiligten auf die Bedeutung und Wichtigkeit eines Zuhauses aufmerksam machen.
Auf die Frage, was für mich „Zuhause“ bedeutet, antworteten die Besucher des Straßenfests „ein Zuhause ist für mich ein Dach über dem Kopf zu haben“, „Familie und Freunde, Schutz und Sicherheit“, „ein Ort, an dem man sich wohlfühlt“, „Essen und Trinken oder auch Frieden und Ruhe“.
Anlass und Hintergrund der Aktion „Zuhause“ ist die große Wohnungsnot. Mieten fressen immer mehr vom Gehalt auf. Es mangelt in Deutschland an bezahlbarem Wohnraum. „Das“, so Fichtl von der Caritas, „ist wird zu einem großen Problem für Menschen mit niedrigem Einkommen, für Alleinerziehende, für kinderreiche Familien oder für Menschen mit Migrationshintergrund.“ Für sie sei es schwer oder sogar unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Konsequenz des mangelnden Wohnraums und der steigenden Mieten ist aber auch, dass diese Bevölkerungsschichten aus Stadtbereichen verdrängt werden. „Eine Begegnung unterschiedlicher Milieus, Nationalitäten, Einkommensschichten und letztlich ein gesellschaftlicher Zusammenhalt geht dadurch verloren“, wie Fichtl erklärt.
Die Caritas greift die Wohnraum-Problematik in ihrer diesjährigen Kampagne auf, unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“. Sie geht davon aus, dass deutschlandweit 1 Million Wohnungen fehlen und hat Lösungsvorschläge erarbeitet. Nähere Informationen gibt es dazu unter anderem auch auf www.zuhause-für-jeden.de
Die Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit berät und unterstützt von Wohnungslosigkeit bedrohte oder in Wohnungslosigkeit lebende Menschen. Unterstützt wird die Fachstelle durch EHAP, einen europäischen Hilfsfond. EHAP versucht, einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu leisten.