Augsburg, 9.05.2009 (pca).
Über 1.000 Menschen besuchten am
Samstag bei strahlendem Sonnenschein die Hauptwerkstätte der
Ulrichswerkstätten
Augsburg (UWA) am
Hanreiweg
.
Der Tag der offenen Tür, der den letzten Höhepunkt der 40-Jahrfeier der UWA
bildete, hat damit ein wichtiges Ziel erreicht. „Wir wollten der Öffentlichkeit
zeigen, was die Menschen mit Behinderungen in den Werkstätten leisten und ihren
eigenen Beitrag im produktiven Bereich leisten“, sagte
Obwohl sie alle an diesem Samstag
nicht ausschlafen konnten, sondern arbeiten mussten, hatten alle betreuten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel Spaß und zeigten mit Stolz, was sie alles
herstellen – vom Duschkopf über Kartonverpackungen für Bier für den Export bis
hin zum Blechstanzen. „Ich arbeite heute gerne“, sagte der 46-jährige
Metallarbeiter Manfred
Ritzler
. Wie er finden alle
den Tag der offenen Tür toll. Auch Kolleginnen und Kollegen aus der Aichacher
UWA-Werkstatt
besuchten die Hauptwerkstätte und ließen sich
alles zeigen.
So waren auch die Wäscherei, die
chemische Reinigung und die Gärtnerei geöffnet. Bei Führungen erhielten die Gäste
einen Einblick in die verschiedenen Produktionsbereiche im Bereich der
Metallbearbeitung und der Leichtmontage. Der hauswirtschaftliche Bereich zeigte
sein Können im Festzelt. Schließlich bietet er auch für Privatkunden einen
Cateringservice an. Der Werkstattrat stellte seine Aufgaben, das Café am
Milchberg in Augsburg machte ebenso auf sich aufmerksam. Auch schwer- und
mehrfachbehinderte
Menschen erfreuen sich an Schönem beim Seidentuchmalen. Wie sie malen, zeigte
die
UWA-Mitarbeiterin
Daniela Rohrbacher. Sie führte
die Hand von Johann Strobl, dessen Enkel in der UWA seinen Lebensplatz gefunden
hat.
Dass auch der Mensch ohne Behinderung
zuweilen seine Schwierigkeiten bekommt, wenn nicht alles wie gewohnt gemacht
werden kann, zeigte die Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe, in
deren Zuständigkeitsgebiet die UWA am
Hanreiweg
fällt. Sie luden Gäste ein, die „Welt im Spiegel“ zu betrachten und mit einem
Farbstift eine Linie nachzuzeichnen, die sie nur über einen Spiegel sehen
konnten. „Normalerweise folgt der Finger dem, was das Auge sagt, hier aber sagt
der Finger dem Gehirn, was es tun soll“, erläuterte Sabine
Hollstein
.
Wer wollte, konnte sich stundenlang
in der UWA aufhalten, informieren, Gespräche führen, Spaß haben, selbst etwas
ausprobieren, Blumen kaufen und bei Kaffee und Kuchen den Tag ausklingen
lassen. Für Minnerrath, den Chef der Werkstätten, ist es aber immer wieder
faszinierend zu erleben, „wie wichtig, sinnstiftend und
sinngebend
die Arbeit bei uns für das Leben der Beschäftigten ist.“