Was wir verschweigen, spüren wir trotzdem. Scham, Ekel und Angst gehören zum Pflegealltag – beim Waschen intimer Körperregionen, im Umgang mit Wunden, Ausscheidungen oder Sterbeprozessen, aber auch in Lernsituationen, in denen Unsicherheit und Selbstzweifel entstehen. Trotzdem werden diese Gefühle in Ausbildung und Berufsalltag oft übergangen, verdrängt oder als persönliches Defizit empfunden – nach dem Motto: „Das muss man aushalten können."
Dieses Seminar setzt genau hier an: Es rückt Scham, Ekel und Angst aus der Tabuzone und zeigt, dass es sich dabei nicht um Schwäche oder mangelnde Professionalität handelt, sondern um natürliche, lebensnotwendige Signale. Sie schützen, warnen, setzen Grenzen – und sind damit wertvolle Wegweiser für einen achtsamen und professionellen Umgang mit sich selbst, mit Pflegebedürftigen und mit Angehörigen. Im Seminar werden die theoretischen Hintergründe dieser Emotionen ebenso beleuchtet wie ihre praktische Bedeutung im Pflegealltag. In einer geschützten Atmosphäre reflektieren die Teilnehmenden eigene Erfahrungen, tauschen sich aus und entwickeln Strategien, wie sie Scham, Ekel und Angst – bei sich selbst wie bei Pflegebedürftigen und Angehörigen – erkennen, benennen und konstruktiv nutzen können, statt sie zu überspielen oder zu ignorieren. Ziel ist ein bewussterer, wertschätzender Umgang mit diesen oft tabuisierten Gefühlen – als Grundlage für mehr Selbstfürsorge, Empathie und professionelle Beziehungsgestaltung in der Pflege.
Kompetenzen
Am Ende der Fortbildung...
- haben Sie Kenntnis der psychologischen Grundlagen von Scham, Ekel und Angst als Basisemotionen mit Signalfunktion
- haben Sie Verständnis für typische Auslöser dieser Emotionen in Pflege- und Lernsituationen
- wissen Sie über Auswirkungen von Tabuisierung auf Pflegequalität, Beziehungsgestaltung und psychische Gesundheit
Dozent*in
Stephan Müller
Ort
Caritas-Haus Augsburg, Auf dem Kreuz 41, 86152 Augsburg
Kosten
170,00 € inklusive e-Skripte und Tagungsverpflegung
Zielgruppe
Praxisanleiter*innen, Führungsverantwortliche, Pflegekräfte
Veranstaltungsnummer
P22627