Für Kinder / Jugendliche

Alkoholpräventionsprojekt

HaLT - Was ist HaLT?

Was ist Halt?

1. HaLT ist ein Präventionsprojekt.
In den letzten Jahren mussten zunehmend mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren stationär mit der Diagnose „akute Alkoholintoxikation“ behandelt werden: Während im Jahr 2000 bundesweit 9.500 junge Menschen mit dieser Diagnose auffällig wurden, hat sich ihr Anteil bis 2008 mit 25.700 Fällen mehr als verdoppelt (Statistisches Bundesamt, 2009). 

 

Das Projekt HaLT bietet Kindern und Jugendlichen, die aufgrund einer akuten Alkoholintoxikation behandelt werden müssen, sowie deren Eltern, noch direkt in der Klinik eine Erstberatung. Zugleich richtet es sich an Verantwortliche in der Kommune, geeignete Maßnahmen in der Alkoholprävention zu ergreifen und auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Der Netzwerkansatz mit Kooperationen über die Grenzen des Suchthilfesystems hinaus ist das zentrale Merkmal des Projektes.

 

Das Projekt ist auch ein Beispiel für einen „best practice“-Ansatz in der Alkoholprävention, wie sie von der WHO und der EU empfohlen wird. HaLT soll dazu beitragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für einen verantwortungsvollen und zurückhaltenden Alkoholkonsum bei den Verantwortlichen im Handel, in Vereinen, Diskotheken und Festveranstaltern u.a. zu schärfen und sie zur Mitarbeit zu gewinnen. 

2. HaLT ist Ansprechpartner für besorgte Eltern

Besorgte Eltern, die bei ihrem Kind verstärkten Alkoholkonsum beobachten, können sich ebenso an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des HaLT-Projektes mit ihren Fragen und Problemen wenden. Auch diesen Jugendlichen ermöglicht HaLT, sich im Rahmen des Risiko-Checks und eventuell bei einer nötigen Einzelberatung sich mit ihrem Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Auch hier stehen selbstverständlich die Risiken des Alkoholkonsums und nicht die Abstinenz im Vordergrund.

 

Welche Ziele verfolgt HaLT?

An unterschiedlichen Standorten Bayerns, d.h. sowohl in ländlichen Bereichen wie auch in den Städten, sollen – gemäß dem HaLT-Konzept und doch mit einer ganz individuellen Ausgestaltung – Netzwerke geknüpft, zielgruppengerechte Maßnahmen und Materialien entwickelt, Aktionen durchgeführt sowie die Öffentlichkeit informiert und sensibilisiert werden. Dabei besteht das Ziel stets darin, eine kommunal verankerte Präventionsstrategie bezogen auf Alkoholmissbrauch zu schaffen.

 

Konkret sollen durch HaLT:

  • Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum (besonders mit schwerer Alkoholintoxikation im Krankenhaus) systematisch erreicht werden;
  • Reflexion und Risikokompetenz bei den Betroffenen gefördert werden (Einzelberatung, Gruppenangebot) sowie bei Bedarf weitergehende Hilfen eingeleitet werden;
  • kommunale Konzepte zur Reduzierung alkoholbedingter Schädigungen implementiert bzw. ausgebaut werden;
  • Erkenntnisse über die Häufigkeit und die Begleitumstände exzessiven Trinkens gewonnen werden.

 Das HaLT-Konzept verfolgt zwei zentrale Ansätze:

 

1. Reaktiver Baustein

Ziel: Implementierung von Interventionsangeboten für Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum sowie deren Eltern. 

Maßnahmen:

  • „Brückengespräch“ mit Jugendlichen in der Klinik
  • Beratungsangebot für Eltern
  • 1 ½-tägiges Gruppenangebot „Risiko-Check“ inkl. Abschlussgespräch
  • Bei Bedarf: Einleitung weiterführender Hilfen
  • Erfassung quantitativer und qualitativer Daten zum riskanten Alkoholkonsum

2. Proaktiver Baustein

Ziel: Sensibilisierung der Bevölkerung für die Risiken des Alkoholkonsums und konsequente Umsetzung des Jugendschutzes auf kommunaler Ebene zur Vorbeugung/Verhinderung des exzessiven Rauschtrinkens. 

Maßnahmen:

  • Konsequente Umsetzung des Jugendschutzes bei Veranstaltungen, im Handel etc.
  • Sensibilisierung von Eltern, Lehrkräften, Verkaufspersonal etc.
  • breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit

(Quelle: www.halt-in-bayern.de )

 

 

Pressemitteilungen

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